Re: Hofmannsthal und Drogen

Re: Hofmannsthal und Drogen


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Urheber : Ellen Ritter Datum : June 11, 19100 at 19:29:18:

Bezieht sich auf Hofmannsthal und Drogen Urheber Miloslav Man vom June 05, 19100 at 20:11:56:

Zur Ergänzung der Antwort von Konrad Heumann möchte ich nur noch hinzufügen, daß Hofmannsthal zwar keine Erfahrung mit Drogen hatte, sich theoretisch aber schon für die Wirkung von Drogen auf den künstlerischen Schaffungsprozeß befaßte. Seine intensive Lektüre von Charles Baudelaires ‚Paradis artificiels‘ und Thomas De Quinzeys ‚Confessions of an English Opium-Eater‘ bezeugen dies. Beide Bücher haben sich in seiner Bibliothek erhalten.
Die exponierten Vertreter des Symbolismus, wie z.B. Huysmans und Barrès, Verlaine, Rimbaud, die Hofmannsthals zu Anfang der 90er Jahre beeinflußten, beschäftigten sich natürlich auch mit der Wirkung der Drogen auf die sinnliche Wahrnehmung (Synästhesie). All das interessierte Hofmannsthal auch. Mit seiner Abkehr vom Ästhetizismus, also schon etwa 1894, hat dies aber keine Bedeutung mehr für ihn. Vgl. den Satz in seinem Essay über Pater: „Das ist Aesthetismus, in England ein großes, berühmtes Wort, im allgemeinen ein übernährtes und überwachsenes Element unserer Cultur und gefährlich wie Opium.“ (P I 204)
Was den Alkohol angeht, verweise ich auf seine beabsichtigte Bearbeitung der ‚Bacchen‘ des Euripides (SW XVIII).



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