Christiane Gräfin Thun Salm

Gräfin Christiane Thun-Salm, geb. Gräfin Waldstein (1859-1935) schrieb Gedichte, Erzählungen und Theaterstücke. Seit 1878 war sie mit dem Grafen Josef Oswald von Thun und Hohenstein, Herrn auf Klösterle, Sehuschitz, Bensen und Hainspach verheiratet, der 1897 Namen und Wappen mit dem Salm-Reifferscheid verband und von da an den Namen Thun-Hohenstein-Salm-Reifferscheid bzw. Thun-Salm führte. Die Familie besaß in Prag zwei Palais; im Sommer lebten sie meist auf ihren Schlössern in Böhmen. In den Wintermonaten wohnten sie in Wien in dem gemieteten Palais Esterhazy, Kärntnerstraße 41, verpflichtet, in der Nähe des Hofes zu sein. Oswald Graf Thun-Salm war Mitglied des Herrenhauses, die Gräfin Palastdame, Sternkreuzordensdame und Ehrendame des Malteser-Ritter-Ordens. Sie hatten drei Söhne, mit dem jüngsten, Paul Graf Thun-Hohenstein führte Hofmannsthal ebenfalls einen Briefwechsel.

Hofmannsthal lernte die Gräfin wohl Anfang 1901 kennen. Er schätzte sie als Schriftstellerin. Trotz des erheblichen Standesunterschiedes entwickelte sich eine freundschaftliche Beziehung. Der Briefwechsel reicht von 1901 bis 1918. Nach dem Zusammenbruch des Habsburger Reiches zog sich die Gräfin aus der Öffentlichkeit zurück.

Es war bei einem Souper im Hause der Gräfin Christiane, vermittelt durch ihren Sohn Paul, daß Hofmannsthal Carl Jacob Burckhardt kennenlernte, mit dem ihm hernach eine tiefe Freundschaft verband.